In früheren Zeiten konnte Fernsehen lediglich über eine Zimmer- oder Dachantenne empfangen werden. Es handelte sich um das traditionelle analoge Fernsehen. Auch heute noch ist ein solcher terrestrischer Fernseh-Empfang möglich.

Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung werden Fernsehsendungen immer häufiger über Kabel und Internet übertragen. Nachfolgend können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten des Fernseh-Empfangs informieren.

Das Kabelfernsehen

Das altbewährte Kabelfernsehen benötigt auch bei einem Mehrfamilienhaus lediglich einen Anschluss.

Bereits in den 30er Jahren wurden in Berlin und in Hamburg erste Versuche unternommen. Der damalige Fernseh-Drahtfunk nutzte hierfür ein Koaxialkabel, auf dem mit 4,2 MHz das Fernsignal aufmoduliert wurde. Heute verwenden rund 50 % der deutschen Haushalte Kabelfernsehen und empfangen darüber öffentlich-rechtliche als auch private Fernseh- und Radio-Programme.

Nahezu alle modernen Fernsehgeräte sind auch als Kabel Fernseher konzipiert. Erkennbar ist dies daran, dass diese Geräte über einen digitalen Tuner verfügen, der mit einem DVB-C Anschluss versehen ist.

Viele bekannte Kabelfernsehen Anbieter bieten aber nicht nur das Fernsehen über Kabel an. Es gibt spezielle Produktempfehlungen, wie zum Beispiel das von Unitymedia bezeichnete Triple-Play. Hierbei können Sie nicht nur Radio- und Fernsehprogramme per Kabel empfangen, sondern auch über das Festnetz telefonieren und im Internet surfen. Immer häufiger sind die Hauskabelanschlüsse diesbezüglich auch rückkanalfähig umgebaut, sodass Kabelfernsehen und Internet problemlos möglich ist.

Was verbirgt sich hinter der DVB-C Technik?

Die über das Kabelnetz erreichbaren Haushalte können die analogen und digitalen Signale über die regionalen Verteilstellen der Kabelnetzbetreiber bekommen. Die jeweiligen Verteilstellen fungieren als Knotenpunkt. Diese erhalten ihre Signale entweder per Satellit oder über ein Glasfaserkabel. Die eigentliche Empfangseinrichtung ist auch als Kabelkopfstation bekannt.

In Mehrfamilienhäusern ist Kabel-Fernsehen besonders beliebt. Hier wird nur ein Hausanschluss im Keller benötigt. Von dort beziehen sämtliche Haushalte über die in der Wohnung installierte Kabelsteckdose ihr Kabel-Fernsehen. Zu beachten ist, dass das momentan noch etwa 12,5 % dieser Haushalte analoges Kabel-Fernsehen beziehen.

Um das Digital Video Broadcasting-Cable, kurz DVB-C empfangen zu können, benötigen Sie natürlich eine digitale Empfangsstation. Wenn Sie einen älteren Fernseher ohne DVB-C-Tuner besitzen, dann müssen Sie zwischen der Antennendose und dem Fernsehgerät als sogenannte Settop-Box einen DVB-C Receiver anschließen. Dieser wandelt die digitalen Signale so um, dass Ihr Fernseher diese problemlos auswerten kann. Bei neuen Fernsehern ist meist schon ein DVB-C Tuner integriert, sodass Sie auf eine Settop-Box verzichten können. Beachten Sie, dass ein Tuner nur für einen einzigen Fernseher das Empfangssignal aufbereiten kann. Verwenden Sie mehrere Fernseher für Kabel-Fernsehen, dann benötigt jeder Fernseher eine Settop-Box oder einen Tuner.

Zu den bekanntesten Kabelfernseh-Anbietern mit und ohne Telefonie sowie Internet gehören Vodafone, Unitymedia, Primacom oder TeleColumbus. Zurzeit gehört das Kabelnetzwerk zu den am besten ausgebauten Kommunikationsnetzwerken in Deutschland. Hierzulande greifen etwa 18 Millionen Haushalte auf diese Technik zurück. Neben frei empfangbaren Sendern können über Kabel aber auch Pay-TV-Inhalte abgerufen werden. Aber auch das zeitversetzte Fernsehen, wie Timeshift, Video-on-Demand oder HDTV sind problemlos möglich. Darüber hinaus ist die Technik so weit fortgeschritten, dass Sie Kabelinhalte mithilfe eines digitalen Videorekorders aufnehmen können.

Vorteile

  • störungsfreies Radio- und Fernsehprogramm
  • viele Free- und Pay-TV
  • ideal für Mehrfamilienhäuser
  • Digital mit Timeshift, EPG und Aufnahmefunktion
  • erweiterbar mit Telefonie und Internet

Nachteile

  • nur verfügbar, wenn Hauseigentümer Kabel verlegt haben
  • bei älteren Fernsehern muss ein Receiver verwendet werden
  • HD-Inhalte können kostenpflichtig sein
  • insgesamt weniger HD-Sender als bei Satellitenfernsehen
  • Telefonie und Internet kosten zusätzlich

Das Satellitenfernsehen

Der Satellit muss selbst angeschafft werden, um öffentlich-rechtliches und privates Fernsehprogramm empfangen zu können.

Bereits 1957 leitete der russische Satellit Sputnik 1 die Ära des Satellitenfernsehens ein. Heute schauen mehr als 35 Millionen Menschen hierzulande Satelliten-Fernsehen. Damit lassen sich öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender empfangen. Seit dem Jahr 2012 wurde das Satelliten-Fernsehen um die Sat-IP-Technologie erneuert, sodass die Fernsehsendungen auch über das Heimnetzwerk empfangen werden können.

Fernsehen über Satellit bildet eine kostengünstige Alternative gegenüber Kabelfernsehanbieter. Hier müssen keine Kabelnetzwerke unterhalten werden. Lediglich die hierfür benötigte Hardware muss privat angeschafft werden.

Was verbirgt sich hinter der Satelliten Technik?

Um die Erdumlaufbahn kreisen zahlreiche Satelliten, über welche die Fernsehanstalten ihre Programme versenden. Diese werden als terrestrische DVB-T-Signale wieder zur Erde zurückgestrahlt. In Deutschland sind hierfür zum Beispiel die Astra-Satelliten im Einsatz. Um die Satelitten-Signale daheim empfangen zu können, benötigen die privaten Haushalte eine Parabolantenne. Hierbei werden die Signale gebündelt und zu einer Empfangseinheit geleitet. Die Empfangseinheit befindet sich im vorderen Bereich der Parabolantenne und ist als LNB bekannt. Für jeden Fernseher wird an der Antenne ein LNB benötigt.

Der LNB fungiert als zusätzliche Antenne und gleichzeitig als Frequenzwandler. Diese Signale können über ein Koaxialkabel an einen angeschlossenen Sat-Receiver weitergeleitet werden. Insoweit befindet sich zwischen Sat-Anlage und Fernseher ein Receiver, der die Programme filtert, sodass Sie diese in gewohnter Weise per Fernbedienung umschalten können.

In aller Regel wird ein separater Receiver benötigt. Jedoch ist in vielen modernen Flachbildfernsehern bereits ein solcher Receiver enthalten. 4K Fernseher mit Triple-Tuner verfügen über einen integrierten DVB-C Receiver. Beachten Sie, dass die separaten Receiver nur noch bei älteren Fernsehern benötigt werden. Einer der größten Vorteile ist, dass eine einmal installierte Sat-Anlage keinerlei Folgekosten aufweist. Lediglich Pay-TV-Programme werden zusätzlich berechnet.

In kleineren Mehrfamilienhäusern lässt sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand eine Sat-Anlage installieren. In großen Mehrfamilienhäusern installieren die Mieter auch separat ihre eigene Sat-Anlage. Dies führt mit zahlreichen Satellitenschüsseln an der Fassade natürlich für ein unschönes Bild.

Vorteile

  • viele digitale Sender lassen sich gebührenfrei und ohne Folgekosten empfangen
  • es sind auch Pay-TV-Inhalte abrufbar
  • öffentlich-rechtliche Sender strahlen in HD-Qualität aus
  • Digital mit Timeshift, EPG und Aufnahmefunktion
  • Radioempfang über Satellit möglich
  • an einer Parabolantenne können LNBs für mehrere Fernseher angeschlossen werden
  • können störungsfrei auf dem Dach installiert werden
  • vorhandene Koaxialkabel im Haushalt können verwendet werden
  • ideal in ländlichen Gegenden ohne Kabelanschluss

Nachteile

  • Privatsender in HD kosten extra
  • komplette Hardware muss vom Eigentümer erst gekauft werden
  • Satellitenanschluss muss selbst bewerkstelligt werden
  • bei älteren Fernsehern muss noch ein Sat-Receiver gekauft werden
  • witterungsbedingt schlechterer Empfang möglich

Das terrestrische Fernsehen

Der Empfang über Antenne eröffnet viele kostengünstige Möglichkeiten.

Hinter der Bezeichnung DVB-T verbirgt sich das Fernsehen über normale Zimmerantenne. DVB-T gibt es erst seit 1997. Seinerzeit wurden viele heimische Fernseher mit kleinen Zimmerantennen ausgestattet. An einen Satelliten- oder Kabelanschluss war man nicht mehr gebunden. Mit DVB-T konnten sämtliche Privatsender kostenlos empfangen werden. Insoweit war dieser neue Fernseh-Empfang eine ideale Lösung für viele Haushalte, hier Kosten einzusparen. Jedoch wurde DVB-T am 29. März 2017 abgeschaltet. Als Nachfolger wurde DVB-T2 ins Leben gerufen. Mit DVB-T2 HD lassen sich auch HD-Inhalte empfangen. Interessant ist, dass diese Empfangsmöglichkeit sich bis Mitte 2019 hierzulande als Standard etablieren soll. Zu beachten ist aber, dass DVB-T2 kostenpflichtig ist.

Was verbirgt sich hinter der DVB-T Technik?

DVB-T steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial. Es ist ein digitales Antennenfernsehen. Hierbei wird das Fernsehsignal von den Sendeanstalten über Sendemaste, ähnlich wie beim Radio, verteilt. Im Gegensatz zum alten analogen Antennenfernsehen können Nutzer von DVB-T auf die Vorteile digitalen Fernsehens zurückgreifen. Ursprünglich sollte DVB-T das analoge Fernsehen ersetzen. Weitere Eingriffe in das Fernsehgerät waren nicht erforderlich. Lediglich wurde eine neue, digitale Antenne benötigt.

Bei DVB-T2 oder DVB-T2 HD handelt es sich um den kostenpflichtigen Nachfolger. Um dieses Fernsehen empfangen zu können, benötigen Sie ein besonderes Empfangsteil, welches eine Steckkarte des Anbieters aufnehmen kann. In aller Regel werden Jahresverträge verkauft. In modernen 4K-Fernsehern ist das Empfangsteil bereits in einem Triple-Tuner integriert. Um das Bezahlfernsehen nutzen zu können, wird eine Entschlüsselungskarte in einen sogenannten Cl+-Port im Fernseher eingeschoben.

Vorteile

  • ursprünglich komplett kostenloser Empfang von digitalen Radio- und Fernsehsendern
  • es wird nur eine kompakte DVB-T-Antenne benötigt
  • HD-Empfang möglich
  • Pay-TV-Empfang möglich
  • minimalster Installationsaufwand

Nachteile

  • es wird ein kostenpflichtiges Entschlüsselungsmodul benötigt
  • monatliche oder jährliche Folgekosten
  • DVB-T2 erfordert neue Hardware im Vergleich zu DVB-T
  • Qualität ist von der Empfangsqualität der Antenne abhängig
  • witterungsbedingt schlechterer Empfang möglich

Das Internet Fernsehen

Nutzen Sie die gesamte Bandbreite – Telefonieren und Fernsehen über das Internet.

TV über Internet ist beliebt wie nie. Fernsehen über das Internet wird auch als IPTV bezeichnet. Seit 2006 ist es möglich, TV über Internet empfangen zu können. Die ersten verfügbaren Internet-Fernsehprogramme waren Sportübertragungen der Fußball Bundesliga. Wenn auch Sie Fernsehen per Internet möchten, benötigen Sie auf jeden Fall eine schnelle Internetverbindung.

Mehr als 3 Millionen Haushalte nutzen mittlerweile Internet Fernsehen. In den Anfangsjahren brach die Verbindung mangels leistungsfähiger DSL-Leitungen häufig ab. Heute werden DSL-, VDSL- und Glasfaserverbindungen kontinuierlich ausgebaut. Neben einem schnelleren Surfen profitieren die meisten Nutzer auch von einem völlig störungsfreien Fernseh-Empfang.

Was verbirgt sich hinter der IPTV Technik?

Für die Nutzung von Fernsehen über das Internet wird eine IP-Adresse benötigt. Diese erhalten Sie von Ihrem Internetprovider. Neben öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in HD-Qualität, können Sie zudem auch auf zahlreiche Streamingdienste zurückgreifen. Einer der bekanntesten Anbieter für Fernsehen über das Internet ist die Deutsche Telekom mit ihren Magenta Tarifen. Hierbei tritt die Telekom nicht nur als DLS-Internetprovider auf, sondern auch als Anbieter des IPTV. Weitere Anbieter sind zum Beispiel Vodafone oder 1&1.

Das Internetfernsehen bietet zahlreiche Vorteile.

Sie können hier selbst entscheiden, wann und welche Filme Sie sehen wollen. Ein zeitversetztes Fernsehen ist ebenso möglich, wie das Aufnehmen und Wiedergeben von Fernsehinhalten. Zahlreiche Sonderfunktionen stehen Ihnen hier zur Auswahl.

Für den Empfang wird lediglich ein schneller DSL-Anschluss von mindestens 50 Mbit/s. benötigt. Hierüber können Sie surfen und über das Internet telefonieren. Zusätzlich gibt es noch das IPTV-Angebot, welches optional dazu gebucht werden muss. Zwischen Ihrem Fernsehgerät und dem Internet-Router müssen Sie per LAN-Kabel eine Set-Top-Box anschließen. Hierüber können Sie zwischen den verschiedenen Programmen wechseln, Aufnahmen steuern und auf Streaminginhalte zurückgreifen. Somit ist es auch möglich, Netflix, Youtube oder Amazon TV zu sehen.

Achten Sie darauf, dass bei Ihnen eine ausreichend schnelle DLS-Verbindung zur Verfügung steht. Dann können Sie sämtliche Inhalte auch wirklich störungsfrei und ohne ruckeln betrachten. Wenn Sie nach geraumer Zeit den Anbieter wechseln, dann benötigen Sie ggf. eine neue Hardwareausstattung und zumindest eine neue Set-Top-Box.

Vorteile

  • störungsfreie Übermittlung von Radio- und Fernsehinhalte
  • Sendungen können gespeichert werden, zeitversetztes Fernsehen möglich
  • HD-Empfang
  • Pay-TV-Empfang möglich
  • Zugriff auf sämtliche Streamingdienste
  • sehr große Programmvielfalt

Nachteile

  • schnelle Internetverbindung
  • monatliche oder jährliche Folgekosten
  • IPTV ist an den Internetanbieter gebunden
  • Streaminginahlte lassen sich nicht auf Festplatte oder DVD überspielen
  • jeder Anbieter verwendet eigene Set-Top-Box
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